Musik


 
Musik

 Musik in der TV-Werbung

 Musik am Point of Sale

 Literatur

 

Ergänzende Informationen zum Download:

Ich höre also kaufe ich. Instrumente zur Beeinflussung des Kundenverhaltens am Beispiel von Musik

Klicken Sie hier um die Online-Version zu betrachten

 

 

Übersichtstext

Musik

Musik kann die Gefühle eines Menschen auf vielfältige  Weise beeinflussen. Sie kann uns in unserem Innersten berühren, uns aufheitern oder auch mit sich "in die Tiefe" ziehen. Was wäre ein großer Hollywoodfilm ohne den richtigen Soundtrack, was wäre  die Tagesschau ohne die sie einleitende Fanfare, und  was wäre eben der McDonald´s - oder der Coca  Cola - Spot ohne den passenden Jingle?

Musik spielt aber nicht nur in den Spots der Fernsehwerbung eine große Rolle, sie wird auch am Point  of Sale beim direkten Kontakt mit dem Kunden eingesetzt. Das "Einkaufsradio" im Supermarkt und die  dezente Hintergrundmusik im Autohaus sind Beispiele hierfür.

 

Seitenanfang          Übersichtstext 

Musik in der TV-Werbung

Der typische Werbe - Jingle ("Bacardi Feeling",  "Always Coca Cola") entfaltet seine Wirkung zunächst einmal im Sinne von klassischer  Konditionierung als positive Reizkategorie, die sich bei häufiger, zeitgleicher Präsentation mit dem zunächst noch neutralen Stimulus, also der eigentlichen Marke verbindet. Auf diese Weise verknüpt sich die durch die Musik ausgelöste positive Stimmung  (im Idealfall) dauerhaft mit dem Produkt, außerdem  wird der Jingle ein starker Cue für den Markennamen.  Wie eindrucksvoll dies teilweise funktioniert, sieht  man an der Tatsache, dass wohl (fast) jeder Deutsche  den Satz "Nichts ist unmöglich..." sinnvoll ergänzen könnte.

Darüber hinaus verleitet gerade fröhliche  Musik dazu, Informationen peripher (weniger umsichtig)  zu verarbeiten. Der Konsument wird empfänglicher  für Cues wie Attraktivität oder Ähnlichkeit,  mit denen Werbung bekanntermaßen mit Vorliebe operiert. Einerseits signalisiert die positive Grundstimmung  der Musik, dass keine Gefahr droht, d.h., eine tiefe  Elaboration der aufgenommenen Informationen ist nicht   notwendig. Auf der anderen Seite bindet Musik  einen Teil der Verarbeitungskapazität, was wiederum dazu führt, dass dem Rezipienten weniger kognitive Ressourcen zur Verfügung stehen. Dies begünstigt eine oberflächliche Informationsverarbeitung.

 

Seitenanfang          Übersichtstext

Musik am Point of Sale

Andere interessante Forschungsergebnisse lassen sich im Bereich der Musik am Point of Sale  berichten: So gelang es Milliman in einem Feldexperiment in einem amerikanischen Supermarkt, durch Hintergrundmusik mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verschiedener  Musikrichtungen die Gehgeschwindigkeit und somit auch die Verweildauer der Kunden zu beeinflussen. Bei ruhiger Musik blieben die Menschen signifikant länger im Laden und gaben demzufolge auch deutlich mehr Geld aus.  Eine andere Studie, die in einem Bekleidungsgeschäft  durchgeführt wurde, läßt vermuten, dass es sich lohnt, den Musikstil an die Zielgruppe einer jeweiligen Abteilung (auch innerhalb eines Geschäfts) anzupassen. Während die Damenbekleidungs-Abteilung durch das Abspielen unaufdringlicher Hintergrundmusik in Ansehen und Umsatz profitierte, konnten die Ergebnisse  der Jugendabteilung durch vordergründige Rock & Pop - Musik gesteigert werden. Offensichtlich lohnt  es sich immer, seine  Zielgruppe genau zu kennen.

Wie sehr sich Musik auf das Image eines Ladens auswirken kann, beweist eindrucksvoll auch eine andere Studie, die in einem amerikanischen Weinhandel durchgeführt wurde. Hier wurde die Wirkung von klassischer und "Top 40" - Musik kontrastiert. Zwar konnte die Anzahl der verkauften Flaschen durch den Einsatz klassischer  Musik nicht erhöht werden, jedoch verdreifachte sich die Summe in US$, die jeder Kunde im Durchschnitt auszugeben bereit war. Die anspruchsvollere, Kultiviertheit  signalisierende Hintergrundmusik hat offenbar dazu verleitet, wesentlich kostspieligere Weine auszuwählen.

Abschließend bleibt auch hier anzumerken, dass das Potential an Forschungsbedarf noch bei weitem nicht  ausgeschöpft ist und viele interessante Fragen  zur Beantwortung offen stehen.

 

Seitenanfang          Übersichtstext

Literatur

  • Felser, G. (1997). Werbe- und Konsumentenpsychologie:  Eine Einführung (S. 301 - 303). Heidelberg: Spektrum.
  • Areni, C. S. (1993).The influence of Background  Music un Shopping Behavior: Classical versus Top  - Forty Music in a Wine - Store.Advances in Consumer Research, 20, 336 - 340.
  • Milliman, R.E. (1982). Using Backgroung Music  to Affect the Behavior of Supermarket Shoppers. Journal of Marketing, 46, 86 -  91.
  • Yalsh, R. F. (1993). Using Store Music for Retail  Zoning: A Field Experiment. Advances in Consumer  Research, 20, 632 - 636.